Informationen über die Emscher-Lippe-Region
Die Emscher-Lippe-Region liegt im nördlichen Ruhrgebiet, im Herzen von Nordrhein-Westfalen und ist Europas drittgrößtes Ballungszentrum. Namen gebend sind die Flüsse Emscher und Lippe, zwei Nebenflüsse des Rheins, die das Gebiet von Ost nach West durchfließen. Die Emscher-Lippe Region umfasst die zehn Städte des Kreises Recklinghausen und die Städte Bottrop und Gelsenkirchen. Auf einer Fläche von etwa 1.000 km2 leben hier rund 1 Millionen Einwohner.
Im letzten Jahrhundert war dieser Teil Deutschlands geprägt durch Kohle-, Eisen- und Stahlindustrie. Die Schließung der meisten Zechen machte einen umfangreichen Strukturwandel notwendig. Hauptproblem war und ist der Wegfall vieler Arbeitsplätze; dies stellt für die Menschen immer noch eine große Herausforderung dar.
Typisch für die Region sind die kontrastreichen Gegensätze, die ihre Vielfalt widerspiegeln. Im Süden findet sich der industrialisierte, städtisch geprägte Raum, der Richtung Norden in den Agrar- und Erholungsbereich übergeht. So ist z.B. der Kreis Recklinghausen, der Kreis mit der höchsten Bevölkerungsdichte innerhalb Deutschlands und zugleich Heimat für die größte zusammenhängende Waldfläche im Ruhrgebiet.
Das Ruhrgebiet als typische Region des Steinkohlebergbaus gilt nach wie vor als Kraftwerk Deutschlands. Dies gilt insbesondere für die Emscher-Lippe-Region. Heute wird hier noch in zwei Steinkohlezechen gefördert, allerdings wird die letzte der beiden ihren Betrieb voraussichtlich im Jahre 2018 einstellen. Derzeit arbeiten insgesamt rund 15.000 Menschen im Energiesektor.
Die Emscher-Lippe-Region hat sich in den letzten Jahren einen Namen als Kompetenzzentrum für Zukunftsenergien gemacht. Neben der Nutzung von Solar- und geothermischer Energie, Wärmepumpentechnologie und Grubengas, repräsentiert der Einsatz von Biomasse zur Energieproduktion ein weiteres Arbeitsgebiet. Biomasse als erneuerbare Energiequelle wird seit einigen Jahren in der Emscher-Lippe Region aktiv gefördert. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, Biomasseerzeuger aus dem ländlichen Teil mit Biomasseverbrauchern aus den urbanen Gebieten zusammenzubringen. Ein Biomasse-Heizkraftwerk mit 50 MW thermischer Leistung arbeitet bereits in der Region. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vorzeigeobjekte, die das komplette Spektrum der Biomasseumwandlungstechnologien abdecken. So finden sich hier neben Biogasanlagen auch Heizkraftwerke, die mit Pflanzenöl bzw. Holzhackschnitzeln betrieben werden.
Ein weiteres Zukunftsfeld ist die Herstellung von Wasserstoff aus Biomasse. In Deutschlands größter Kläranlage, in Bottrop, wird ein neues Verfahren zur Aufarbeitung von Klärgas und zur großtechnischen Produktion von Methan integriert. In einem weiteren Schritt wird das Methan dann in gasförmigen Wasserstoff umgewandelt. Zudem wurde Anfang des Jahres 2009 in Herten der Grundstein für den „Blauen Turm“ gelegt, ein Demonstrationsprojekt zur Gewinnung von Wasserstoff und Strom aus der nachhaltigen Verwertung regenerativer Reststoffe (Straßenbegleitgrün). Diese Beispiele zeigen, wie in der Emscher-Lippe- Region klassische und neue Energietechnologien miteinander verbunden werden, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie (BioRegio) wurde festgestellt, dass es möglich wäre, 18% der privaten Haushalte innerhalb der Emscher-Lippe-Region mit Strom und Wärme aus Biomasse zu versorgen. Das Projekt BEn und das regionale Energieregister bieten ausgezeichnete Möglichkeiten, sich diesem Ziel zu nähern.









